Langwirksame ART

24. Februar 2026

CAB/RPV-LA bei Adhärenz-Problem überlegen

In der Phase-3-Studie LATITUDE (Long-Acting Therapy to Improve Treatment Success in Daily Life) wurde die Cabotegravir/Rilpivirin LA mit einer oralen ART bei Personen mit Adhärenz-Problemen verglichen. Mit der Injektionstherapie konnten doppelt so viele Personen über 48 Wochen ohne Therapiesagen und Abbruch behandelt werden.

An der Studie nahmen 453 Personen (40 Jahre, 63% Black, 29% Frauen, 17% hispanisch, 14% aktive/frühere IVDU). Nach der Studien-Aufnahme erhielten die Teilnehmer Unterstützung zur Therapietreue, einschließlich bedingter finanzieller Anreize, um die Viruslast unter Einnahme der empfohlenen täglichen oralen ART zu senken. Von den Teilnehmern, die eine Virussuppression erreichten, wurden 306 randomisiert: Entweder erhielten sie alle vier Wochen eine langwirkende Injektion (Cabotegravir + Rilpivirin) (n=152) oder sie setzten die tägliche orale ART fort (n=154).

Primärer Endpunkt war Therapieversagen, definiert als Kombination aus virologischem Versagen (VF) und Therapieabbruch. Beim primären Endpunkt über 48 Wochen war die Injektionstherapie überlegen (41,2% vs 22,8%), die Nebenwirkungsrate war vergleichbar

Ein Therapieversagen unter langwirkendem Cabotegravir + Rilpivirin vs oraler ART wurde bei 19% vs 36% beobachtet. 3% vs 21% hatten ein virologisches Versagen, 16% vs 15% brachen die Therapie ab. Jeweils 2 Personen in jedem Arm hatten eine neue Resistenz entwickelt, inklusive zwei neue Integrase-RAMs unter der langwirksamen ART.

Kommentar Dr. Ramona Pauli, Frankfurt:

Diese erste randomisierte Studie belegt, dass Adhärenz-Probleme keine Kontraindikation für eine langwirksame Injektionstherapie sind. Im Gegenteil, mit entsprechenden flankierenden Maßnahmen – in der Studie wurden die Patienten intensiv beraten – ist die Iangwirksame ART den Tabletten überlegen.

Offen sind allerdings noch die Fragen: Welche Art der „Beratung“ ist erforderlich und wie stellt sich die Langzeitperspektive dar? Diese Fragen sind wichtig, sollten aber nicht davon abhalten, Personen mit Adhärenz-Schwierigkeiten die Injektionstherapie anzubieten.  



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