Ausgabe 2 - 2026
PrEP Surveillance
MIOs für PrEP
Die Nutzung der PrEP wird seit ihrer Einführung
als Kassenleistung vom Robert Koch-Institut (RKI) wissenschaftlich
begleitet. Zunächst erfolgte dies von 2020 bis 2021 im Projekt EvE-PrEP,
anschließend bis Ende 2024 im Projekt PrEP-Surv. Darüber hinaus führte
das RKI ab Januar 2025 die Entwicklung eines Medizinischen
Informationsobjekts (MIO) für die HIV-PrEP zur Nutzung in der
elektronischen Patientenakte (ePA) im Rahmen des EU geförderten Projekts
TICSID fort.
MIOs sind digitale Bausteine, mit denen medizinische Daten in der elektronischen Patientenakte
(ePA) standardisiert und strukturiert erfasst werden können. Sie
ermöglichen eine einheitliche und nachvollziehbare Dokumentation von
Gesundheitsinformationen. Durch die strukturierte Erfassung lassen sich
die Daten nicht nur effizient zwischen Patientinnen und Patienten und
Behandelnden austauschen, sondern auch für Forschung, Surveillance und
Versorgungsplanung nutzen.
Im Rahmen der Digitalisierung des
Gesundheitswesens und der ab 2025 flächendeckenden Einführung der
elektronischen Patientenakte (ePA) wurde im damaligen, vom BMG
geförderten PrEP-Surv-Projekt im Arbeitsmodul „Digitalisierung im
niedergelassenen Bereich stärken“ die Idee entwickelt, ein assistiertes
MIO für PrEP-Nutzende bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
und der mio42 GmbH zu beantragen. Da dort die dafür notwendigen
Kapazitäten nicht zur Verfügung standen, übernahm das RKI die Erstellung
des MIO „HIV-PrEP-Bericht“ eigenständig. Aktuell befindet sich dieses
in der Finalisierung und in der Vorbereitung für eine Übergabe in die
offizielle Phase der Kommentierung und Benehmensherstellung. Nach
Abschluss dieses offiziellen Prozesses könnte es veröffentlicht werden
und in die Krankenhausinformationssysteme (KIS) sowie
Praxisverwaltungssysteme (PVS) integriert werden. Dieses MIO bietet
sowohl PrEP-Verschreibenden als auch PrEP-Nutzenden die Möglichkeit, den
Behandlungsverlauf übersichtlich in der ePA nachzuvollziehen. Zudem
könnte es als Vorlage für ein weiteres MIO für die HIV-Versorgung gemäß
der Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/Aids der KBV dienen.
Dr. Daniel Schmidt und Martin Friebe
Robert Koch-Institut
E-Mail: SchmidtD@rki.de
Ausgabe 2 - 2026
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