PrEP Surveillance
MIOs für PrEP

Die Nutzung der PrEP wird seit ihrer Einführung als Kassenleistung vom Robert Koch-Institut (RKI) wissenschaftlich begleitet. Zunächst erfolgte dies von 2020 bis 2021 im Projekt EvE-PrEP, anschließend bis Ende 2024 im Projekt PrEP-Surv. Darüber hinaus führte das RKI ab Januar 2025 die Entwicklung eines Medizinischen Informationsobjekts (MIO) für die HIV-PrEP zur Nutzung in der elektronischen Patientenakte (ePA) im Rahmen des EU geförderten Projekts TICSID fort.

PrEP-Surv Vision

MIOs sind digitale Bausteine, mit denen medizinische Daten in der elektronischen Pa­tien­ten­akte (ePA) standardisiert und strukturiert erfasst werden können. Sie ermöglichen eine einheitliche und nachvollziehbare Dokumentation von Gesundheitsinformationen. Durch die strukturierte Erfassung lassen sich die Daten nicht nur effizient zwischen Patientinnen und Patienten und Behandelnden austauschen, sondern auch für Forschung, Surveillance und Versorgungsplanung nutzen.

Im Rahmen der Digitalisierung des Gesundheitswesens und der ab 2025 flächendeckenden Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) wurde im damaligen, vom BMG geförderten PrEP-Surv-Projekt im Arbeitsmodul „­Digitalisierung im niedergelassenen Bereich stärken“ die Idee entwickelt, ein assistiertes MIO für PrEP-Nutzende bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der mio42 GmbH zu beantragen. Da dort die dafür notwendigen Kapazitäten nicht zur Verfügung standen, übernahm das RKI die Erstellung des MIO „HIV-PrEP-Bericht“ eigen­ständig. Aktuell befindet sich dieses in der Finalisierung und in der Vorbereitung für eine Übergabe in die offizielle Phase der Kommentierung und Benehmensherstellung. Nach Abschluss dieses offiziellen Prozesses könnte es veröffentlicht werden und in die Krankenhausinformationssysteme (KIS) sowie Praxisverwaltungssysteme (PVS) integriert werden. Dieses MIO bietet sowohl PrEP-Verschreibenden als auch PrEP-Nutzenden die Möglichkeit, den Behandlungsverlauf übersichtlich in der ePA nachzuvollziehen. Zudem könnte es als Vorlage für ein weiteres MIO für die HIV-Versorgung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/Aids der KBV dienen.

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