Deutsche AIDS-Stiftung und ViiV Healthcare
Deutsche AIDS-StiftungÄltere Menschen mit HIV versorgen und stärken

In Kürze startet eine neue Förder-Kooperation von Deutscher AIDS-Stiftung und ViiV Healthcare. Damit reagieren die Partner darauf, dass Menschen mit HIV immer älter werden. Gleichzeitig flankiert der neue Förderfonds das Jubiläum „40 Jahre Deutsche AIDS-Stiftung“ im Jahr 2027.

Mit der Initiative wollen die Stiftung und ViiV Healthcare Projekte fördern, die ältere Menschen mit HIV unterstützen und ihre soziale Teilhabe stärken. Projekte, die möglichst neue Ansätze in Beratung und Vernetzung ermöglichen sowie einer innovativen Therapie auf den Weg helfen. Dazu binden die Partner noch vor dem Start des Förderprogramms die Expertise und Perspektive von Fachleuten ein.

Gut versorgt im Alter
Gut versorgt im Alter
© iStock

Für ViiV Healthcare ist das Thema HIV und Alter von besonderer Bedeutung, weil mit der steigenden Lebenserwartung auch die Frage zunehmend wichtiger wird, wie Menschen mit HIV über Jahrzehnte hinweg gut leben können – mit möglichst hoher Lebensqualität und einem Alltag, in dem HIV eine immer kleinere Rolle spielt.

Förderung der Deutschen AIDS-Stiftung

Die Deutsche AIDS-Stiftung fördert seit vielen Jahren Projekte und Programme, die dazu beitragen, ältere Menschen mit HIV aus Einsamkeit und Isolation zu holen (Reisen, Begegnungsformate, Wohnprojekte) und ihren Zugang zur Versorgung zu sichern (Mobilitätshilfen).

Doch es gibt noch zu wenig Projekte für diese Gruppe. Eine Befragung der Beratungsstellen zeigt: „Aidshilfen und Drogenberatungsstellen wissen oft um die Bedarfe und Bedürfnisse der Ratsuchenden, haben aber bisher häufig noch keine passenden Angebote für ältere Menschen. Es gibt wenige Angebote, die sich explizit an Ältere richten, obwohl viele Menschen sich solche Angebote wünschen.“

Daten unterlegen Bedarf

Jubiläums-Förderfonds „HIV und Alter“

Ab Anfang September finden Interessierte auf der Webseite der Deutschen AIDS-Stiftung nähere Informationen zu förderfähigen Formaten, Zeitplan und Antragstellung

https://aids-stiftung.de/jubilaeumsfonds-hiv-und-alter/

Insbesondere bewährte und neue Formen der psycho-sozialen Unterstützung für ältere Menschen mit HIV dürften künftig (noch) mehr gefragt sein. Das unterlegt auch das von der Deutschen AIDS-Stiftung und den medizinischen Fachgesellschaften beauftragte Gutachten zur Zukunft der HIV-Versorgung (IGES 2025).

Das Gutachten stützt Befunde aus der Studie 50plus HIV, die bereits vor mehr als 10 Jahren zeigte: das Gesundheits- und Pflegesystem ist wenig auf die Patientengruppe „Ältere Menschen mit HIV“ eingestellt. Diese Gruppe leidet überproportional unter Multimorbidität, gesellschaftlicher Marginalisierung, Armut und Stigmatisierung. Gleichzeitig sind innovative Therapieformen insbesondere mit Blick auf Adhärenz für diese Zielgruppe besonders wichtig.

Ältere Menschen mit HIV – das zeigt eine Umfrage der Deutschen Aidshilfe unter Menschen mit HIV, die älter als 50 Jahre sind – sind zwar mehrheitlich sehr bis überwiegend zufrieden mit ihrer aktuellen Lebenslage. Es gibt aber Sorgen um die zukünftige wirtschaftliche Situation, auch wegen ausgebliebener Vorsorge für das Alter. Auch die Sorge um Zugang zu situationssensiblen Pflegeangeboten wird thematisiert.

Jubiläumsfonds

Bis zu 10.000 Euro pro Projekt und Jahr können aus dem „Jubiläumsfonds“ von Deutscher AIDS-Stiftung und ViiV Healthcare beantragt werden. Die Initiative wird von einer Abschlussveranstaltung begleitet, die als Plattform für Austausch, Sichtbarkeit und politische Wirkung dient.

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