3/2026 Editorial

Dr. Ramona Pauli

In eigener Sache

 

Ärztinnen und Ärzte – wehrt Euch endlich!

Die meisten Ärztinnen und Ärzte haben diesen Beruf nicht ergriffen, um möglichst viel Geld zu verdienen. Vielleicht ist das der Grund, warum sich die Ärzteschaft selbst kaum öffentlichkeitswirksam gegen die seit vielen Jahren laufenden finanziellen Einschnitte wehrt.

Weniger Geld

Trotz permanent steigender Kosten für Personal, Geräte und Mieten hat die Kassenärztliche Vereinigung als Vertretung der niedergelassenen Ärzteschaft keine adäquate Anpassung erreicht. Das GKV-Honorar wurde seit Jahren nicht relevant erhöht. Eine Änderung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Wer die Einbußen nicht durch privat Versicherte und IGEL-Leistungen kompensiert, wird auch in Zukunft immer weniger Geld für seine Arbeit bekommen.

Mehr Arbeit

In den Kliniken sorgt der Marburger Bund für Tariferhöhungen der angestellten Ärztinnen und Ärzte. Doch auch hier droht aufgrund des Personalabbaus – eine Folge des massiven Kostendrucks – eine Verschlechterung, denn Personalabbau heißt mehr Arbeit für das gleiche Geld. Laut einer Umfrage des Marburger Bundes 2025 fühlen sich bereits heute rund die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte in der Klinik überlastet; ein Drittel spielt mit dem Gedanken spielt, die Patientenversorgung ganz zu verlassen.

Fazit

Ärztinnen und Ärzte sind Weltmeister in Selbstausbeutung. Angesichts der Verantwortung für Menschenleben und Ressourcen ist die Situation für klinisch tätige Ärztinnen und Ärzte erstaunlich schlecht: Viel Arbeit für vergleichsweise wenig Geld – hohes Engagement trotz struktureller Benachteiligung – ganz abgesehen vom täglichen Kampf mit Patientinnen und Patienten, denen die Politik vermittelt, dass für jeden Einzelnen alles jederzeit zur Verfügung steht.

Ärztinnen und Ärzte wehrt Euch! Nur ihr selbst könnt Eure Situation verbessern.

Pecunia non olet! Die Forderung nach einer adäquaten Bezahlung ist nicht unethisch!

Unterschrift Dr. Ramona Pauli

Dr. Ramona Pauli  ...


Ärztinnen und Ärzte der „Allerletzten Generation“ kleben sich vor Notauf nahme der neuen Klink CURE4ALL fest. Sie fordern mehr Geld und kürzere Ausbildung.
Ärztinnen und Ärzte der „Allerletzten Generation“ kleben sich vor Notauf nahme der neuen Klink CURE4ALL fest. Sie fordern mehr Geld und kürzere Ausbildung.

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