HIV

13. Februar 2026

Neuer Antikörper für Therapie und Impfung

HIV-1 kann durch Antikörper neutralisiert werden, wenn diese an verwundbare Strukturen binden. Eine solche Schwachstelle ist die so genannte V3 Glykanstelle des Oberflächenproteins des Virus.

Der neu beschriebene Antikörper mit der Bezeichnung 007 greift die V3 Glykanstelle auf auf der Virusoberfläche an. Diese Zielstruktur spielt eine zentrale Rolle beim Eindringen des Virus in menschliche Zellen und ist daher seit Langem ein wichtiges Ziel für die Entwicklung von neuen Immuntherapeutischen- und präventiven Ansätzen. Allerdings konnten bisher vor allem Antikörper identifiziert werden, die die V3 Glykanstelle nur bei einem Teil der weltweit zirkulierenden HI-Virusvarianten wirksam erkennen können.

Im Gegensatz zu klassischen V3 Antikörpern ist seine Bindung nicht von einer bestimmten Zuckerstruktur abhängig, die von HIV-1 häufig verändert wird, um der Immunabwehr zu entgehen. In Labortests bleibt 007 daher auch gegenüber Virusvarianten wirksam, die gegen klassische V3 Antikörper resistent sind. Auch in einem Mausmodell mit menschlichen Immunzellen verbessert 007 die bisherige V3 Antikörpertherapie effektiv, sodass das Virus mehrere Veränderungen gleichzeitig entwickeln muss, um der Antikörpertherapie zu entkommen. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist daher, dass 007 bisherige Aktivitätslücken klassischer V3 Antikörper schließt und dadurch Antikörpertherapiekombinationen unterstützt, die das Virus insgesamt effektiver ausschalten können.

Die Forschungsergebnisse sind sowohl für die Entwicklung neuer Kombinationstherapien als auch für die Impfstoffentwicklung von großer Bedeutung. Für den Einsatz zur HIV Immuntherapie wurde 007 bereits an die Firma Vir in Zusammenarbeit mit der Gates Foundation zur Förderung ihrer gemeinnützigen Zwecke exklusiv lizensiert und wird mit Unterstützung des Kölner Start-up Unternehmens Togontech präklinisch entwickelt.

Diese Studie wurde unterstützt von der Gates Foundation, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) sowie dem European Research Council (ERC).



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